Christliche Gemeinde Attendorn
C-G-A ATTENDORN AN(ge)DACHT AKTUELL HOERBAR IMPRESSUM
GOTT
begegnen

Gott hat uns für die Zeit in der wir Leben, geschaffen, um die Ungeliebten zu lieben, in stürmischen Zeiten Frieden auszustrahlen und in jeder Situation trotzig Freude zu zeigen.

Das mag unmöglich erscheinen aber man kann es schafften, indem wir lernen, was die Bibel über die natürlichen mensch-lichen Gefühle sagt, und wie man sie steuern kann.

Jeden Monat erscheind ein  Text der Anstoß geben soll, über sich und das Verhältnis zu Gott und den Menschen nachzudenken.


AN(ge)DACHT 2020

Morbus helveticus…


… ist keine neue Krankheit. Sie befällt Frauen, Männer und Kinder. Auf Deutsch heißt sie Schweizer Krankheit. Bekannter ist sie unter dem Begriff Heimweh. Zeitweise, im Krieg gegen Frankreich, durften Schweizer Legionäre ein heimatliches Hirtenlied nicht singen, weil dadurch die Gefahr zur Fahnenflucht stieg.


In dem Roman von „Heidi“ wird das sehr deutlich: Als Waisenkind beim Großvater aufgewachsen, liebt sie die Berge und Menschen ihrer Umgebung, ihre Heimat. Mit 8 Jahren muss sie nach Frankfurt. Sie hält dort Ausschau nach den Bergen, natürlich vergeblich. Sie verliert all ihre Fröhlichkeit. Es geht ihr zunehmend schlechter, der Grund ist Heimweh.


Heimweh ist eine schmerzhafte Sehnsucht, die außerhalb der heimatlichen Umgebung auftritt.


Jesus spricht davon, dass im Hause seines Vaters viele Wohnungen frei sind, und dass er hingeht, um uns diese Stätte zu bereiten. Dafür ist er hingegangen nach Golgatha, in den Tod. Und wir?


Der ausführlichste Text zum Thema Heimweh in der Bibel steht im 2. Korintherbrief, Kapitel 5:

Unsere derzeitige Wohnung wird mit einem Zelt verglichen. Wir haben damit viel Bedrängnis und Grund zu jammern. Gott sagt uns ein ewiges Haus im Himmel zu. Noch belastet uns unser irdischer Leib und behindert den geistlichen Dienst. Die Lösung wäre das Ablegen des Leibes, des irdischen Zeltes, sagt uns der Zeltmacher Paulus. Aber das heißt doch sterben! Das wollen wir nun auch nicht, lieber das neue Haus über das alte Zelt ziehen. Solange wir noch in unserem jetzigen Körper zu Hause sind, können wir nicht in der himmlischen Heimat sein.


Sind wir guten Mutes? Möchten wir im Himmel sein? Wenn ich solche Gedanken äußere, werde ich manchmal gescholten: „Außer dir kenne ich keinen, der so denkt.“ Wirklich keinen? Lasst uns auf die Suche gehen:

Paulus hat Lust abzuscheiden und beim Herrn zu sein (Philipper 1, 23), wo unser Bürgerrecht ist (Philipper 3, 20). Und so fordert er uns heraus: „Sucht, was droben ist“ (Kolosser 3, 1). An der Stelle höre ich dann: „Ja Paulus, das ist die Ausnahme…“ Heimweh nach dem Himmel finden wir auch bei dem Apostel Johannes (Offenbarung 22, 20), bei Simeon im Tempel (Lukas 2), bei Petrus (2. Petrus 1, 11), bei Jakobus (Jakobus 5, 7), bei Abraham, Isaak, David, Jojada (Priester unter König Joasch) und bei Hiob. Sie waren lebenssatt, waren es leid, in diesem Zelt zu wohnen. Und in Hebräer 11 finden wir neben Abraham, noch Abel, Henoch und Noah, die bekannten, dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf dieser Erde sind.


Diese Erde ist ein gefallener Planet, regiert vom Fürsten dieser Welt. Zweifellos gibt es schöne Momente in unserem Erdenleben. Aber können unsere Mitmenschen ahnen, dass unsere Erwartungen weit darüber hinausgehen? Oder hängt mein Herz an dieser Welt, an meinem Haus, Auto, Garten oder Hobby?


Der Gastgeber hat keinen Preis gescheut, um uns zu seiner ewigen Herrlichkeit zu rufen. Wenn Jesu uns auffordert: Komm zu mir in den Himmel! Wie ist meine Reaktion? Lasst uns Lieder vom Herrn singen und von der himmlischen Heimat. Lasst uns Lieder singen, die an die himmlische Heimat erinnern und Sehnsucht erzeugen, wie bei den Schweizer Söldnern. Lasst uns einander ermuntern, umso mehr, als wir den Tag herannahen sehen. Je mehr wir mit dem Herrn und den Gläubigen vertraut sind, umso größer wird das Heimweh nach der leider noch unsichtbaren Heimat im Himmel.

Wir gehören nicht hierher – und es ist keine Katastrophe, wenn wir das zu spüren bekommen!


Bald sind wir zu Hause, für unser Heimweh brauchen wir uns nicht zu schämen! Starkes Heimweh lässt ahnen, wie schön diese Heimat ist. Unser Heimgang wird, auch bei gläubigen Hinterbliebenen, einen (vorübergehenden) Trennungs-schmerz hinterlassen. Um uns braucht dann aber keiner zu trauern!

K. S.