ANgeDACHT  

Splitter und Balken


Jeder, der jetzt im Sommer im Garten arbeitet, hat es schon erlebt, dass sich ein Splitter oder ein Dorn in die Hand  oder in einen Finger bohrt. Manchmal schreit man „Au!“ und manchmal merkt man es erst beim Händewaschen, dass da etwas in der Hand piekt. Noch empfindlicher ist das Auge, wenn da etwas hinein gerät. Und wenn es noch so klein ist, es ist sehr störend und das Auge beginnt zu tränen, so dass man alles verschwommen sieht.


Doch es gibt noch andere kleine Splitter und Dornen, die sehr störend wirken und auf die wir sehr empfindlich reagieren. Es sind keine Dornen von Rosen oder Stachelbeeren, auch keine Splitter aus einem Brett. Es befindet sich auch nicht in unserem Auge, sondern wir sehen es bei unserem Arbeitskollegen oder bei unserem Ehepartner oder bei unserem Bekannten.... Es stört uns gewaltig und wir haben sehr stark das Bedürfnis unseren Freund davon zu befreien.

In unserem Hauskreis am Donnerstagabend haben wir uns länger schon mit der Bergpredigt Jesu beschäftigt. Zuletzt ging es um einen bekannten Text:

3 Was aber siehst du den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr

4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge herausziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge

5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge heraus, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

aus Matthäus Kapitel  7


Wenn wir ehrlich sind und nüchtern unser Verhalten und Denken reflektieren, geht es uns oft in unserem Alltag so, dass uns schnell die Fehler der anderen auffallen und uns nerven. Wenn etwas schief läuft, suchen wir sofort die Schuld bei dem anderen. Wir dürfen uns aber freuen, dass wir in der Nachfolge Schüler des Herr Jesus sind. Die Bergpredigt hat Jesus ja an seine Jünger gerichtet. Er will uns lehren und zeigen, wie wir veränderte Menschen werden, die sich in ihrem Verhalten von dem der „normalen“ Menschen unterscheiden.  

Darf ich nun niemand mehr kritisieren oder zurechtweisen? Doch, aber um das zu tun bedarf es einer Vorrausetzung. Ich brauche dazu den klaren und richtigen Blick.


Der Herr Jesus fordert uns auf, zuerst den Balken aus unserem eigenen Auge zu entfernen. Das heißt: ich brauche die richtige Selbsterkenntnis. Wie nehme ich mich selbst wahr? Ist mir bewusst, dass auch ich Fehler habe? Fehler oder Eigenschaften, die das größere Problem für mich selbst und meine Mitmenschen sind? Diese verhindern einen klaren Blick für die anderen Menschen, die Hilfe brauchen. Wir dürfen zu unserem Herrn gehen und er möchte uns diesen „Balken“ zeigen und ihn entfernen. Er ist voller Erbarmen und möchte uns zeigen, wer wir selber sind. Wenn wir seine Gnade erfahren, werden wir demütig und langmütig, um mit den Fehlern der anderen in rechter Weise umzugehen. Wir bekommen dadurch einen anderen, und vor allem auch den klaren Blick, um unseren Mitmenschen zu helfen, den qäulenden „Splitter“ zu entdecken und los zu werden.


MP

GOTT
begegnen