WENN MICH JEMAND FRAGEN WÜRDE…


Es war nach Mitternacht als ich das Hotelzimmer betrat.  Mit 2 ½ Stunden Verspätung war der Flieger in Düsseldorf gelandet. Auf dem Tisch lag neben den üblichen Empfangsinformationen ein Neues Testament. Einfach so. Ganz real. Es war wie ein Gruß von zu Hause. Ich setzte mich auf den Bettrand und begann darin zu blättern. Von Gemeinschaft las ich. Mit Gott, dem Vater, seinem Sohn Jesus Christus und den Aposteln. Ich schaute mich um. Welche Geschichte hat wohl dieses Hotelzimmer? Hat hier jemand durch die Lektüre des ausgelegten Neuen Testamentes diese Gemeinschaft gefunden? Interessiert sich überhaupt jemand dafür? In meiner Erinnerung tauchen die großflächigen Anzeigetafeln am Straßenrand auf: „Jesus Christus ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist“.

Warum eigentlich „retten“? Ist denn jemand in Gefahr? Wird jemand bedroht? Ich hatte Urlaub, war in Deutschland unterwegs, zum Abschluss in Spanien – den Leuten geht es doch gut! Okay, das verrückte Wetter, die Terroristen, der Krieg und die Flüchtlinge  – aber irgendwie regt das niemand so richtig auf. Die Rentner in der Fußgängerzone, die Jugendlichen am Bootssteg, die Leute beim Bäcker, die Muttis, die ihre Kinder ins Schwimmbad bringen, die Bahnreisenden im Großraumwagen – sie scheinen mit ihrem Leben ganz gut fertig zu werden. Nicht die leiseste Ahnung von dem, was die Bibel ankündigt.

Es gibt für sie alle tatsächlich eine Bedrohung. Eine extreme Bedrohung – und sie kommt unaufhaltsam näher: „Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes! Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns. Und wer vermag zu bestehen?“ (Offenbarung 6,15-17).

GOTT ist die Bedrohung, die auf die Menschen zukommt. Der Gott der Bibel. Konkret: sein Sohn, Jesus von Nazareth. Im Auftrage Gottes wird er jeden Menschen für sein Leben zur Verantwortung ziehen: die Muttis und Rentner, die Kinder und Jugendlichen, die Berufstätigen und Spitzenverdiener, die Politiker und Meinungsmacher. „Schrecklich ist es in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Hebr.10,31).

Es bedeutet Höllenqual, bewusst erlebte ausweglose Verdammnis. Ich erschrecke. Ist das wahr? Wird Gott so handeln? Kann ich mit Gott drohen, von dem die meisten, sofern sie überhaupt an seine Existenz glauben, eine ganz andere Vorstellung haben. Ich denke an das, was die Bibel sagt. Es  steht so geschrieben: „Kein Mensch wird leben, der mich sieht“ (2.Mose 33,20).

Gott ist eine tödliche Bedrohung für den sündigen Menschen – und das sind wir von Natur aus alle.

Also braucht der Mensch doch Rettung. Rettung vor Gott. Rettung vor dem Gericht Jesu. Wenn mich jemand fragen würde, ich würde ihm sagen, dass Gottes Gebote weiterhin gültig sind - auch wenn sie mittlerweile viele übertreten und nach anderen Maßstäben leben; dass jeder ohne Vergebung dieser Übertretungen verloren geht, und dass Jesus Christus der Einzige ist, der diese Sünden vergibt und mit Gott versöhnt. Ich würde ihn ermutigen, zu Jesus zu beten, ihm die Sünden zu bekennen und ihn zu bitten, sie zu vergeben. Ich würde ihm versichern, dass Jesus Wort hält: „wenn wir (ihm) unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit“ (1.Joh.1,9).

Wenn mich jemand fragen würde, nur - es fragt mich niemand. Auch nicht im Hotel mit der Bibel der Gideons im Zimmer…


Klaus Baldauf